Hangover 2

Kinoabend mit meinen beiden besten Freunden. Es ist Sonntag Abend, die Vorstellung beginnt um elf Uhr. Um diese Zeit steht niemanden der Sinn nach aufwühlenden Familiendramen, geschichtlich fundierten Zeugnissen umwälzender Ereignisse oder kompliziert und künstlerisch erzähltem Autorenkino. Wir suchen etwas handfestes, lockere Unterhaltung um ein erfülltes Wochenende gebührend ausklingen zu lassen. Mit der Fortsetzung des Kassenschlagers „Hangover“ denken wir genau den richtigen Film gefunden zu haben. Ich muss zu meiner Schande gestehen den ersten Teil nicht gesehen zu haben, nach einigen ungläubigen Blicken, Kopfschütteln und Schulterzucken, versichern mir meine Freunde jedoch, dass es meinen Intellekt nicht überfordern würde und alles was ich wissen müsste, wäre dass vier Freunde nach einem Junggesellenabschied ohne Erinnerung in Las Vegas aufwachen und die Zeit bis zur Hochzeit damit verbringen ihr Gehirn wieder zusammenzusetzen, was ihnen durch die Menge an Drogen wohl einige Mühe bereitet und sie in so manche kuriose Situation bringt. Im übrigen sei der Film der Wahnsinn. Nicht völlig überzeugt, aber doch neugierig geworden, folge ich. Die Handlung von Hangover 2 zu beschreiben, erübrigt sich an dieser Stelle, da sie exakt dieselbe ist wie jene, die oben beschrieben wurde, nur dass die 4 Freunde nun in Bangkok aufwachen und sich durch den thailändischen Großstadtdschungel schlgen müssen. Damit der Film seine Zuschauer auch nicht durch die Kreativität der Handlung überfordert, haben die Drehbuchautoren ebenso beim Humor gespart, eher bedrückend als befreiend wirkt es, wenn die drei Saufkumpanen durch die Nachtclubs und Unterwelten Bangkoks laufen auf der Suche nach ihrem verlorenen Freund. Immer wieder begegnet ihnen der Satz „Bangkok hat ihn jetzt“, was es damit auf sich hat, wird ebenso wenig erklärt, wie der Sinn des Gastauftritts der Boxlegende Mike Tyson, nicht als Boxer, sondern als bestenfalls drittklassiger Sänger. Der Verfall des Boxers könnte mit ein wenig Bosheit wohl auch als Parabel auf den qualitativen Verfall des sehr sehenswerten ersten Teils durchgehen.

3.6.11 11:52

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