Shoppen

Dienstag Nachmittag nach einem langen Wochenende. Während sich andere, offensichtlich intelligentere Menschen als ich, zum Sport oder auf die heimische Terrasse begeben, eile ich ins Stadtzentrum um ein paar Besorgungen zu machen. Nach einem für meinen Geschmack überaus kritischen Blick in meinen Kleiderschrank, empfahl mir meine Freundin mal frischen Wind in meine Garderobe zu bringen. Zunächst wollte ich diese Anmaßung selbstverständlich nicht einsehen, ein Shoppingausflug ist für mich ähnlich spaßig wie eine Tasse Lebertran auf Ex, aber nach beharrlichen Nachhaken seitens meiner besseren Hälfte, ließ ich mich doch dazu breitschlagen die Innenstadt, die ich sonst weitläufig umschiffe, mit meiner Anwesenheit zu beehren. Da stand ich nun also inmitten von plärrenden Kindern, schlurfend und rotzenden Teenagern, hektischen jungen Damen und schlecht gelaunten jungen Männern die sie begleiteten und eher aussahen, als ob sie zum Schafott geleitet würden anstatt zu Pimkie oder Bijou Brigitte. Der Leser möge entscheiden, welches das größere Übel bedeutet. Tapfer machte ich mich also auf den Weg in die Herrenabteilung eines wohlbekannte Kaufhauses. Oben angekommen streifte ich für ein paar Minuten durch die Gänge unschlüssig, wo ich anfangen sollte. „Suchen Sie etwas bestimmtes?“- „Ähm, wie bitte?“ ich war in düsteren Gedanken versunken die in Comics wohl nur mit Totenköpfen, Knochen und Wolken repräsentiert würden. „Kann ich Ihnen helfen?“ Die füllige, gerade einmal 1, 50 m große Verküferin mit dem passenden Lidschatten zu ihrem grünen Halstuch und einer Parfümwolke die selbst Wladimir Klitschko einen schweren Schlag verpasst hatte, späht mich von unten an. „Ich brauch frischen Wind“ sage ich verwirrt vom entströmenden Jasminduft, sehe ihr Stirnrunzeln und mache auf dem Absatz kehrt.

26.5.11 15:32

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