Das Schloss im Brunnen

Das Wochenende mit meine Tochter war schön. Nach den zwei Tagen habe ich die Hoffnung, dass wir uns nicht entfremden. Auch wenn wir uns nur alle zwei Wochen sehen, für mich ist es jedesmal wie Weihnachten. Ich hole sie mit Mutti ab und dann kutschiere ich sie erstmal durch Bayreuth in die beste Eisdiele, die ich kenne. Ein dicker Schokobecher ist bereits Tradition, den gibt jedes Mal. Wie viel die Kleine verdrücken kann. Diese Soße auf dem Eis ist der Hammer, aber auch voll fettig, lecker, dass dir die Ohren schlackern. Den Becher leckt sie bis auf den letzten Klecks aus. Aber irgendwann kommt sie in die Pubertät, findet Jungs toll und sich zu dick. Dann wird diese schöne Tradition wohl ein Ende haben. Aber bis dahin freut sie sich riesig über den Becher. Und dann bin ich mit ihr in das Dorf gefahren. Das wo ich die Nacht war. Ich hatte davon erzählt.


Dort gibt es einen Brunnen in einem Garten, der hat ganz klares Wasser und am Grund schillert es, wie als wenn ein goldenes Schloss dort untern untergegangen wäre und sich in den Dächern der Türmchen das Licht spiegelt. Meine Tochter war begeistert von der Geschichte, sie starrt in die Tiefe und versucht genau zu erkennen, wie das Schloss aussah. Wir trieben uns in dem Garten herum und schnupperten an den ersten Frühblühern. Eine Frau begrüßte uns, lud uns zum Kaffee ein und meine Tochter fragte mich, ob ich sie kenne. Nö, sagte ich. Aber die Frau schien mich zu kennen, denn sie sprach mich mit meinem Vornahmen an. Wie schon die beiden Typen, die mich gesucht haben, wußte sie mehr über mich, als ich über sie. Mir war es gleich.

16.3.11 17:25

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