Besuch aus dem Dorf

Gestern standen zwei verrückte Typen vor meiner Wohnungstür. Latzhose, Holzfällerflanellhemd unter den Trägern, einen Strohhut auf dem Kopf und einen Halm mit dicken fetten Körnern am Ende im Mund. Der eine war dick und groß, der andere war dünn und klein. Alt und jung, Vater und Sohn. Christian, sagten sie. Ja? Sie waren aus dem Dorf, in dem ich nach dem Gerichtsbeschluss gelandet bin. Ich konnte mich aber an sie nicht erinnern, war wohl letztendlich zu betrunken gewesen, konnte mich kaum noch an etwas an dem Abend erinnern. Es war sein Sohn, den man wiedergefunden hatte, sagte der große Dicke. Dürfen wir hereinkommen, fragte der junge Dünne. Äh, irgendwie war mir das unangenehm, ich konnte mich an nichts erinnern, was das bestätigen könnte. Hast du Bier, fragte der junge Dicke. Ich holte zwei Flaschen aus dem Kühlschrank, macht mir und dem Alten eine auf. Der Vater schaute mich verstört an und wies auf seinen Sohn. Der ist doch noch ein wenig zu jung für Bier, oder? Aber der junge Dünne nahm die Flasche seines Vater und leerte sie halb mit einem Zug. Ich holte also noch ein Bier aus dem Kühlschrank. Was führt Sie zu mir?Wir wollten dich nur besuchen kommen, nachdem wir so gute Freunde letztens geworden sind. Ich verschwieg, dass ich mich an nichts erinnern konnte. Sie erzählten mir, wie es allen anderen im Dorf gehe, an keinen dieser Namen konnte ich mich aber erinnern. Ich nickte nur und verschwieg es. Nach dem sie das Bier geleert hatten, gingen sie wieder. Das ganze war so komisch, dass ich beschlossen habe, noch einmal in das Dorf zu fahren, um auch zu erfahren, was dort eigentlich passiert ist.

4.2.11 14:46

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