Verloren und Wiederfinden

Der Richter ist sich sicher. Heute im Gericht wurde das Urteil gefällt. Das Sorgerecht für meine Tochter bekommt meine EXXX, bei der Frau mache ich drei Kreuze. Was fällt so einem Richter ein, als wenn der wisse, was gut für die Kleine ist. Natürlich werde ich Revision einlegen, aber wenn ich nicht einen anderen Job habe, werde ich wohl keine Chancen haben. In den Film zurück, ist für mich Aussichtslos, ich bin ausgebrannt, will nicht mehr das kreativen Genie mimen, das Naturtalent, das den Zuschauer dort abholt, wo er sich vor die Leinwand hingehockt hat. Und eigentlich will er doch nur eine Spiegelung seiner verkümmerten Welt sehen, in der er der Held ist, und der Status quo die beste Ordnung ist, die sein enges Hirn sich vorstellen kann.
Feder Meine Tochter habe ich einen Kuss an die Wange gegeben und ihr gesagt, dass ich sie über alles liebe, dass muss erstmal reichen bis zum nächsten Wiedersehen. Alle zwei Wochen sagte der Richter. Dann habe ich mich in das Leder meiner Mutter gedrückt und aufs Gas gedrückt. Das Licht auf dem Dach angeknipst und die reckenden Hand ignoriert, die sich in meinem Rückspiegel in den Stinkefinger verwandelten. Einfach mal fahren, die Straßen rauf und runter und dann raus aus der Stadt Richtung München. Es wurde dunkel, und das Scheinwerferlicht, das sich im Regen spiegelte, wurde zurückgeworfen. Wie ich so allein mit Mutti über die Strassen rauschte, sah ich ein Licht, das über den Acker schwebte, ich bog in einen Feldweg ein und folgte ihm. Es lockte mich in ein kleines Dorf, dort schwebte eine Hubschrauber über einer abgebrochenen Hütte. In der Hütte waren Leute, die feierten, sie feierten, weil sie jemanden wiedergefunden hatten, wen wußte ich nicht.

21.1.11 19:55

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