Das Sorgerecht

Niemals heiraten, schreibt euch das auf den Tacho. Heute hatte ich wieder einen Gerichtstermin. Schon seit einem halben Jahr streiten sich meine Frau und ich um unsere Tochter. So verrückt, wie sich das anhört, so irre ist es auch. Wir streiten uns, um unsere Tochter. Als wenn sie eine Puppe wären, an der man ziehen könnte, bis der Kopf ab ist.

Sie hat heute wieder geweint. Sehe sie fast nur noch weinen. Sandra sagt, dass es an mir liegt, sie weint wegen mir. Das glaub ich ihr nicht. So ein Gerichtstermin schlaucht. Sie macht mich völlig fertig, nicht nur vor dem Richter, auch hinterher stichelt sich rum, sodass ich nur noch zur Mutti rette. Ihr wisst meinen Benz.

Als wir heirateten haben wir uns gut verstanden, aber ist das nicht immer so. Ich habe sie wirklich geliebt. Sie himmelte mich an, ich war ihr Regisseur und sie meine Schauspielerin. Das hat sich schnell geändert, als mein Film floppte.

Wie soll ich als Taxi-Fahrer nur eine Tochter erziehen, fragte mich der Richter. "Sie sind den ganzen Tag unterwegs. Wer passt da auf die Kleine auf." Meine Frau hat eine Vertrag in einem Ensemble bekommen. Sie hat ihr geregeltes Einkommen. Bei den Proben am Abend, bucht sie einen Babysitter, den Rest des Tages spielt die Kleine ihren Spielpartner, mit ihr lernt sie ihre Dialoge. Funktioniert prima, sie lernte die Rolle und die Kleine hat ihren Spaß. Man ihm Taxi könnte sie auch die Gäste unterhalten. Sie könnte ja den Werther aufsagen, schließlich müsste sie den Text schon auswendig können.

Der Richter war von der Idee nicht überzeugt. Ich werde sie verlieren.

22.12.10 12:57

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