Wo Musik ist lass dich nieder

Ich bin noch hier, ich hoffe ihr freut euch. Auch wenn es lange keinen Eintrag mehr gab, ich habe den Blog nicht vergessen. Ich hatte nur viel um die Ohren, und wenig Zeit die ich vor dem Rechner verbracht habe. Das ist ja prinzipiell auch nicht die allerschlechteste Sache, das Leben ist offline sage ich immer. Und nicht im oder hinterm Computerbildschirm. Wenn wir die Menschen die wir toll finden genauso lang anschauen würden wie den Computerbildschirm, dann wäre die Welt eine sehr viel angenehmere. Mit viel mehr Liebe. Aber so, mit diesem Rechner immer und dem ganzen Chatten, da geht es ein bißchen verloren, das ganze zwischenmenschliche. Das habe ich mir neulich vor Augen geführt, als ich wieder mal einen ganzen Tag damit verbracht hatte, am Computer zu arbeiten und dann festgestellt habe am Abend, dass ich den ganzen Tag kein einziges Wort laut gesagt hatte. Gechattet hatte ich und E-Mails bekommen und abgeschickt, aber mit jemandem geredet, von face to face, Fehlanzeige.

Deshalb habe ich jetzt beschlossen, ein neues Hobby anzufangen. Ich habe an Musik gedacht, ich mag Musik nämlich sehr gerne, und habe mich nicht genug damit beschäftigt in meinem bisherigen Leben. Ich habe zuerst auf kleinanzeigen.ebay.de geschaut nach Musikinstrumenten, weil ich dache ich könnte ein Instrument lernen. Dann aber habe ich gedacht, das war an dem tag an dem ich kein einziges Mal meine Stimme benutzt hatte, dass ich auch stattdessen in einem Chor singen könnte. Und das mache ich jetzt. Jedem Freitag nachmittag treffen wir uns. Wir sind zu siebt, und wir singen zusammen. Das Repertoire ist vielseitig, wir können Volkslieder, Popsongs und auch so etwas wie Schlagermusik. Die ist jetzt ja wieder modern, sogar auf Platz Eins in den Charts wenn ich mich nicht täusche. Der Heino, was für eine Nummer . Naja, soviel von mir fürs erste, horrido!



25.2.13 13:36, kommentieren

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Mondfinsternis

 Bei einer Mondfinsternis befindet sich der Mond im Schatten der Erde und nimmt eine unheimliche rote Farbe an. In früheren Zeiten wurden dieser Nacht magische Kräfte zugeschrieben, der Mond generell eher als Bedrohung und geheimnisvoller Macht am Firnament angesehen, als als kleiner, felsiger Bruder der Erde. Gestern Nacht bot sich also wieder einmal die Gelegenheit das Naturschauspiel zu bewundern. Ein Freund rief mich an, wir verabredeten uns mit ein paar anderen Leuten an einer günstigen Stelle, brachte ein wenig Bier und Knabbereien mit und warteten darauf von den Himmelskörpern unterhalten zu werden. Hatten nicht schon REM und Die Prinzen vom Mann im Mond gesungen? Ein besonders eifriger Zeitgenosse hatte sogar ein Teleskop herbeigeschafft um das Phänomen sozusagen aus nächster Nähe beobachten zu können. Das gelegentliche Spötteln schien er nicht zu bemerken oder er stand einfach darüber. Um halb elf hatte das lokale Radio versprochen sollte es losgehen, sollte der Höhepunkt der Spannung erreicht sein. Um zehn Uhr machte sich leichtes Unbehagen bei den tapferen Mondanbetern breit. Eine dunkle Wolkendecke spannte sich über unseren Köpfen, regnen sollte es nicht, aber die Show war in Gefahr. Die Minuten verronnen, die Wolken blieben stoisch am Himmel kleben. Kein Lüftchen regte sich, es war selbst um diese Uhrzeit noch zu warm für eine lange Hose. Halb elf rückte immer näher, die ersten Unzufriedenen machten sich auf den Heimweg, wir beschlossen dem Mond noch eine Chance zu geben auf seinen großen Auftritt. Macht man beim Konzert ja schließlich auch so, sagte einer, da kommen die Musiker auch nie pünktlich und machen einen auf Star. Ja genau, und in der Uni gibt es das akademische Viertel. Ok, also das lunatische Viertel. Nach einer Stunde völliger Finsternis und leichter Monddepression, öffnete sich die widerspenstige Wolkendecke einen Spalt und gab eine leichten Schimmer des Mondlichts frei. Es war silbern wie eh und je und wurde von den undankbaren Erdlingen gnadenlos ausgebuht.

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Hangover 2

Kinoabend mit meinen beiden besten Freunden. Es ist Sonntag Abend, die Vorstellung beginnt um elf Uhr. Um diese Zeit steht niemanden der Sinn nach aufwühlenden Familiendramen, geschichtlich fundierten Zeugnissen umwälzender Ereignisse oder kompliziert und künstlerisch erzähltem Autorenkino. Wir suchen etwas handfestes, lockere Unterhaltung um ein erfülltes Wochenende gebührend ausklingen zu lassen. Mit der Fortsetzung des Kassenschlagers „Hangover“ denken wir genau den richtigen Film gefunden zu haben. Ich muss zu meiner Schande gestehen den ersten Teil nicht gesehen zu haben, nach einigen ungläubigen Blicken, Kopfschütteln und Schulterzucken, versichern mir meine Freunde jedoch, dass es meinen Intellekt nicht überfordern würde und alles was ich wissen müsste, wäre dass vier Freunde nach einem Junggesellenabschied ohne Erinnerung in Las Vegas aufwachen und die Zeit bis zur Hochzeit damit verbringen ihr Gehirn wieder zusammenzusetzen, was ihnen durch die Menge an Drogen wohl einige Mühe bereitet und sie in so manche kuriose Situation bringt. Im übrigen sei der Film der Wahnsinn. Nicht völlig überzeugt, aber doch neugierig geworden, folge ich. Die Handlung von Hangover 2 zu beschreiben, erübrigt sich an dieser Stelle, da sie exakt dieselbe ist wie jene, die oben beschrieben wurde, nur dass die 4 Freunde nun in Bangkok aufwachen und sich durch den thailändischen Großstadtdschungel schlgen müssen. Damit der Film seine Zuschauer auch nicht durch die Kreativität der Handlung überfordert, haben die Drehbuchautoren ebenso beim Humor gespart, eher bedrückend als befreiend wirkt es, wenn die drei Saufkumpanen durch die Nachtclubs und Unterwelten Bangkoks laufen auf der Suche nach ihrem verlorenen Freund. Immer wieder begegnet ihnen der Satz „Bangkok hat ihn jetzt“, was es damit auf sich hat, wird ebenso wenig erklärt, wie der Sinn des Gastauftritts der Boxlegende Mike Tyson, nicht als Boxer, sondern als bestenfalls drittklassiger Sänger. Der Verfall des Boxers könnte mit ein wenig Bosheit wohl auch als Parabel auf den qualitativen Verfall des sehr sehenswerten ersten Teils durchgehen.

1 Kommentar 3.6.11 11:52, kommentieren

Shoppen

Dienstag Nachmittag nach einem langen Wochenende. Während sich andere, offensichtlich intelligentere Menschen als ich, zum Sport oder auf die heimische Terrasse begeben, eile ich ins Stadtzentrum um ein paar Besorgungen zu machen. Nach einem für meinen Geschmack überaus kritischen Blick in meinen Kleiderschrank, empfahl mir meine Freundin mal frischen Wind in meine Garderobe zu bringen. Zunächst wollte ich diese Anmaßung selbstverständlich nicht einsehen, ein Shoppingausflug ist für mich ähnlich spaßig wie eine Tasse Lebertran auf Ex, aber nach beharrlichen Nachhaken seitens meiner besseren Hälfte, ließ ich mich doch dazu breitschlagen die Innenstadt, die ich sonst weitläufig umschiffe, mit meiner Anwesenheit zu beehren. Da stand ich nun also inmitten von plärrenden Kindern, schlurfend und rotzenden Teenagern, hektischen jungen Damen und schlecht gelaunten jungen Männern die sie begleiteten und eher aussahen, als ob sie zum Schafott geleitet würden anstatt zu Pimkie oder Bijou Brigitte. Der Leser möge entscheiden, welches das größere Übel bedeutet. Tapfer machte ich mich also auf den Weg in die Herrenabteilung eines wohlbekannte Kaufhauses. Oben angekommen streifte ich für ein paar Minuten durch die Gänge unschlüssig, wo ich anfangen sollte. „Suchen Sie etwas bestimmtes?“- „Ähm, wie bitte?“ ich war in düsteren Gedanken versunken die in Comics wohl nur mit Totenköpfen, Knochen und Wolken repräsentiert würden. „Kann ich Ihnen helfen?“ Die füllige, gerade einmal 1, 50 m große Verküferin mit dem passenden Lidschatten zu ihrem grünen Halstuch und einer Parfümwolke die selbst Wladimir Klitschko einen schweren Schlag verpasst hatte, späht mich von unten an. „Ich brauch frischen Wind“ sage ich verwirrt vom entströmenden Jasminduft, sehe ihr Stirnrunzeln und mache auf dem Absatz kehrt.

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Frauen WM

 


„Was halten Sie eigentlich von Frauenfußball?“- „Mag ich beides.“ Solche Sprüche sind immer weniger zu hören in den letzten Jahren. Der Frauenfußball, obwohl noch lange nicht auf dem Niveau des Männerfußballs, hat enorm an Reputation gewonnen in Deutschland. Dies ist vor allem den Erfolgen der Nationalmannschaft zu verdanken die unter ihrer gestrengen Trainerin Sylvia Neid unangefochtene Nummer eins in der Welt ist. Auch die Jugendteams des DFB sorgen für Aufsehen und der Platz um die Stammplätze in der A Mannschaft ist so hart wie nie zuvor. Die Bundesliga der Frauen findet noch kein so ungeteiltes Interesse wie die Spiele der Nationalelf, obwohl in den letzten Jahren große internationale Erfolge errungen wurden besonders von den Teams aus Potsdam, Duisburg und dem Traditionsverein aus Frankfurt. Aber jetzt steht die Weltmeisterschaft im eigenen Land vor der Tür und nicht nur bei der Organisatorin Steffi Jones, einst umsichtige Strategin im deutschen defensiven Mittelfeld, wird sich auf das Event freuen. Es ist das größte sportliche Ereignis in diesem Jahr ohne Olympia, oder internationales Männerturnier und das öffentliche Interesse wird bei Erfolgen der deutschen Mannschaft riesengroß sein. Das Eröffnungsspiel steigt im ausverkauften Berliner Olympiastadion, die anderen Stadien werden zumindest bei den Spielen der Deutschen auch bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Der Erwartungsdruck an den Titelverteidiger Deutschland ist indes immens. Der Weltmeistertitel muss es sein, ansonsten wird diese WM wohl nicht als Erfolg in die Annalen eingehen. Neid hat die Mannschaft dazu schon sehr früh zusammengezogen und in sechs Lehrgängen optimal auf das Turnier vorbereitet. Die Testergebnisse stimmen zuversichtlich, keine Mannschaft gelang es bis jetzt die Deutschen auch nur annähernd an den Rand einer Niederlage zu bringen. Dazu brachten junge Spielerinnen wie Alexandra Popp neues Leben und frischen Wind in die A Elf, und üben enormen Druck auf die Platzhalter aus. Die Stärken der Deutschen liegen wohl im offensiven Bereich, was von Vorteil ist, wird man es alsTop- Favorit doch häufig mit extrem defensiv eingestellten Gegener zu tun bekommen.

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Leonardo Di Caprio

Manche Schauspieler werden von allen gemocht, verehrt und als cool angesehen. Die Altmeister Al Pacino, Robert De Niro und Jack Nickolson gehören zweifelsfrei dazu. Tom Hanks ist ohnehin der Liebling der Massen, da er mit dem Charme des Lieblingsonkels gesegnet ist. In jüngerer Zeit wurde Will Smith immer beliebter und Brad Pitt gilt allgemein als die Verkörperung weiblicher und auch männlicher Träumereien. Ein Schauspieler jedoch der sich diese breite Anerkennung durch kontinuierlich Arbeit erst erarbeitet hat ist Leonardo Di Caprio. Einst durch seine Auftritte in Titanic, Romeo und Julia oder The Beach von vielen männlichen Filmliebhabern als bloßer Schönling angesehen, beweist seit Jahren sein außergewöhnliches schauspielerisches Talent und sein Gespür zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. In der Komödie „Catch me if you can“ spielt mit seinem Antagonisten Tom Hanks Katz und Maus, um danach zum neuen Lieblingsschüler des großen Martin Scorcese zu werden. In dessen letzten Filmen, Gangs of New York, Departed und Shutter Island spielte Di Caprio stets eine Hauptrolle und trug maßgelblich dazu bei, dass Scorcese s Filme nichts an ihrer Qualität eingebüßt haben, sondern immer noch als Meisterwerke zu bezeichnen sind. Des Weiteren kämpft sich Di Caprio durch die Wirren des afrikanischen Diamantenhandels im furiosen Film „Blood Diamond“ und stellt sich als Spion hinter feindlichen Linien im Irakkrieg gegen Freund und Feind („Der Mann der niemals lebte&ldquo. Mit der Verfilmung der Lebensgeschichte des Flugzeugpioniers und Unternehmers Howard Hughes (ebenfalls unter der Regie Scorceses) bewies er einmal mehr seine Fähigkeit sich in extreme Charaktere hineinzuversetzen.

1 Kommentar 30.4.11 13:26, kommentieren

Ile d'Oléron

 Goldbrauner Sandstrand, krachende Wellen, kilometerweite Dünenlandschaften und duftende Pinienwälder. Kleine malerische Fischerorte, die die besten Austern und Muscheln in ganz Europa anbieten, und nachts schwirrende Märkte beherbergen. Die Sonne sinkt als Feuerball ins Meer und die Sterne sind nachts so hell, dass man einen Schatten wirft. Trommelwirbel, Gitarrenklänge und das Knistern eines Lagerfeuers verbinden sich nachts an den Stränden mit dem Rauschen der Wellen, wenn sich die Jugendlichen von den Campingplätzen in die Dünen zurückziehen.

Wir befinden uns auf der Ile d'Oléron an der Atlantikküste Frankreichs, der Insel des Lichts wie die Einheimischen sagen. Das Licht ist hier in der Tat besonders, alle Farben scheinen verstärkt wenn die Sonne langsam hinter den Horizont sinkt und die Kämme der Wellen erst silbern, dann golden und schließlich rot einfärbt. Man gelangt über eine Brücke auf dieses außerhalb der Landesgrenzen kaum bekannte Kleinod. In der Ferne kann man das trutzige Fort Boyard ausmachen, einst gefürchtetes und berüchtigtes Gefängnis umgeben von den tosenden Wellen des Atlantiks und den tückischen Strömungen zwischen den Inseln Oléron und Aix. Später wurde es Austragungsprt einer beliebten französischen Abenteuershow, und einmal im Jahr Ausgangspunkt für eines der größten Feuerwerke Europas.

Typisch für diese Insel sind die kleinen Orte in ihrem Zentrum, wie Sauzelle, Chaucre oder St. George. Eine Handvoll flache Häuser mit aus groben Steinen gemauert mit rotem Ziegeldach und grünen Fensterläden. An den Mauern sprießen rosa und lilafarbene Kletterrosen, am kleinen längst versickerten Brunnen lehnt ein rostiges Fahrrad.

Spektakulär sind die Strände, im Süden und Westen mit meterhohen Wellen und gefährlichen Riffen, die so manchem mutigem Seemann in früheren Zeiten zum Verhängnis wurde. In den muschelüberzogenen Wracks tummeln sich heute Krebse, Seesterne und auch kleine Haie.Im Norden ist die Küste rau, eine schroffe Steilküste umgibt den schwarz-weiß gestreiften Keuchtturm Chassiron. Im Osten der Insel in Sichtweite zu La Rochelle, der Ile de Ré und der Ile d'Aix, erstreckt sich ein endloser Streifen gelber Strand, die geschützte Lage macht diese Seite zu einem Paradies für Wassersportler aller Art.

1 Kommentar 10.4.11 13:42, kommentieren